Geschichte der Freiwilligen Stadtfeuerwehr Bad Aussee
Im September des Jahres 1871 wurde die Gründung einer Freiwilligen Feuerwehr im Ausseer Gemeinderat beschlossen.
Der Antrag des Hotelbesitzers Karl Hackl, vorerst mit den Geräten der Saline, Übungen durchzuführen, fand bei der ratsversammlung lebhaften Anklang.
Tatsächlich haben sich zu diesen ersten Feuerlöschübungen auch 93 Mann des Marktes gemeldet.
Zwei Monate später hat der Gemeinderat den Gründungsantrag der Herren Hackl, Wellacher und Walcher einstimmig angenommen und am 24. März 1872 wurden die Statuten der Freiwilligen Feuerwehr Aussee auch behördlich genehmigt.
Über die Gründungsversammlung am 28. April 1872 schreibt eine Lokalzeitung...
"Alles, was in Aussee Hände und Füße hat, ist Mitglied dieser nützlichen Einrichtung und so füllte sich selbstverständlich das Gastzimmer in Neupers Bräuhaus un Kürze derart, daß später kommende keinen Platz mehr fanden."
Es wurde die vorläufige Rotteneinteilung der Mannschaft vorgenommen und für den nächsten Tag eine Übung mit den vorhandenen Löschgeräten angesetzt.
Die Einschulung der ersten 134 Wehrmänner gat der Turnlehrer und Feuerwehrausbildner Johann Mäder aus Leoben übernommen.
Gutsbesitzer Hans Edler von Rebenburg, hat der wehr eine große Handsaugpumpe kostenlos zur Verfügung gestellt. Die anderen notwendigen Geräte und Ausrüstungen konnten mit Spenden der Marktbevölkerung angekauft werden.
Am 5. November 1872 fand die ersteJahreshauptversammlung statt, in welcher Hotelbesitzer Karl Hackl zum ersten Kommandanten gewählt wurde.
Eine zweite Aprospritze und 200 Fuß Schläuche wurden im Jahre 1874 aus weiteren Spenden der Marktbevölkerung gekauft.
Das Requisitendepot und ein heizbares Wachzimmer hat die k.k. Salinenverwaltung der Feuerwehr, in der Gartengasse zur Verfügung gestellt. Im Jahre 1875 wurde bei diesem Gebäude von der Saline ein Steigturm errichtet.
Im Jahre 1884 wurde eine große Schubleiter angschafft und von der Salinenverwaltung die Benützung der Betriebswasserleitung gestattet. Außerdem hat die Saline ein großes Wasserbassin an der Bahnhofstraße errichtet. Zum Empfang des Kaisers rückte die feuerwehr am 17. Juli 1884 mit 75 Mann in Parade aus.
Am Florianitag 1885 fand zum ersten Male in der Pfarrkirche ein festgottesdienst satt, zu dem sich die ganze Wehr im Festzug begab.
Ein wichtiger Tag in der Geschichte der Ausseer Wehr war der 23. April 1889. Damals wurde die erste Dampfspritze feierlich vom Bahnhof abgeholt und unter Vorantritt der Feuerwehrmusikkapelle in den Markt gebracht. Die sechs Maschinisten der Dampfspritzenmannschaft legten ein Jahr später die Befähigungsprüfung mit sehr gutem Erfolg ab. Die Dampfspritze ist heute noch im Besitz der Stadtfeuerwehr Bad Aussee. Frau Baronin Oppenheimer hat aus diesem Anlaß der Feuerwehr eine schöne Fahne gespendet die heute noch im Besitz der Wehr ist. An der Fahnenweihe und am Festzug durch den Markt hatten sich 700 Feuerwehrmänner aus verschiedenen Teilen des Landes und 6 Musikkapellen beteiligt.
Unsere Wehr schaffte im Jahre 1924 die erste Benzinmotorspritze im ganzen Bezirk an. Einige Jahre später bekam die Feuerwehr ein eigenes Auto zum Transport der neuen Spritze. Leider mußte dieser erste Wagen wegen zu großer Reparaturkosten bald wieder abgegeben werden.
Bis 1931 wurde für den Brandalarm die Kirchenglocken und Signalhörner verwendet. Mit der Anschaffung einer Alarmsirene konnte die Einsatzbereitschaft der Wehr wesendlich beschleunigt werden.
In den ersten Nachkriegszeiten mußte die Feuerwehr ein Wehrmachtsfahrzeug als behelfsmäßigen Rüstwagen verwenden.
Im Jahre 1946 wurde eine neue tragbare Motorspritze von der Fa. Rosenbauer angeschafft und im Zeughaus wurde ein Telefonapparat und ein Sirenenschalter installiert um wieder wertvolle Minuten der Ausrückezeit zu sparen.
Im Jahre 1959 wurde ein neues Rüstauto vom Typ Landrover 109 mit Vorbaupumpe für die kommenden Einsätze bereitgestellt. Die Unterstützung durch Land und Gemeinde und natürlich die Eigenleistung hat viel dazu beigetragen, daß nur 7 Jahre später ein modernes Tanklöschfahrzeug Type Opel Blitz, mit einem Wasserinhalt von 1000 Litern, gekauft werden konnte.
Für den Katastropheneinsatz wurde der Wagenpark 1968 noch mit einem VW Pritschenwagen ergänzt.
1974 wurde das TLF 1000 auf ein größeres TLF 4000 ausgetauscht.
1984 bekamen wir ein neues Kommandofahrzeug und ein Rüstfahrzeug.
1997 wurde das TLF 4000 auf ein modernes der heutigen Zeit angepasstes TLF-A 4000 ersatzbeschafft.
2007 wurde das Kommandofahrzeug auf ein neues MTF ausgetauscht und 2009 wurde das in Eigenreigie aufgebaute Rüstfahrzeug auf ein modernes KRFB-A ersatzbeschafft.
Auf Grund der Einsatzvielfalt von bis zu 120 Einsätzen im Jahr folgen nach und nach Ergänzungen und ersatzbeschaffungen der Gerätschafften sowie der Einsatzfahrzeuge um den Einsatzanforderungen der heutigen zeit gerecht zu werden und der Bevölkerung und den Gästen jederzeit hilfreich zur Seite zu stehen.



Geschichte